Unraid ist eine flexible Plattform für NAS-Systeme und Virtualisierung, aber wenn du auf der Suche nach einer leistungsstärkeren, flexibleren und kostenfreien Lösung bist, könnte Proxmox die ideale Wahl sein. In diesem Artikel zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du den Wechsel von Unraid zu Proxmox vollziehst, welche Vorteile Proxmox bietet und worauf du achten solltest. Also legen wir los mit dem Umstieg von unRaid zu Proxmox.
Warum von Unraid zu Proxmox wechseln?
Unraid bietet viele nützliche Funktionen, doch Proxmox punktet mit zahlreichen Vorteilen, insbesondere für Nutzer, die ihre IT-Infrastruktur optimieren möchten:
1. Kostenfreiheit
Während Unraid eine kostenpflichtige Lizenz benötigt, ist Proxmox als Open-Source-Software vollständig kostenlos verfügbar. Optionale Support-Modelle sind für Unternehmen verfügbar.
2. Mehr Flexibilität
Proxmox bietet umfangreiche Möglichkeiten zur Virtualisierung (KVM) und Containerisierung (LXC) und unterstützt Cluster-Setups sowie hochverfügbare Umgebungen.
3. Verfügbarkeit
unRaid wird über die GUID des USB-Sticks lizenziert. Deswegen ist es nicht möglich unRaid auf SSDs oder einem RAID zu installieren. Fällt der USB-Stick aus, fällt auch der unRaid Server aus. Wenn du unRaid weiterhin nutzten möchtest, kannst du dir unsere USB-Sticks für unRaid Empfehlungen anschauen. Es gibt aber auch andere Alternativen für den unRaid USB Boot Stick.
4. Leistungsfähige Storage-Optionen
Mit ZFS als integrierter Option bietet Proxmox fortschrittliche Speicherverwaltung, die RAID, Snapshots und Datenintegrität kombiniert.
5. Umfangreiche Community und Dokumentation
Die Proxmox-Community ist groß und aktiv, mit zahlreichen Tutorials, Foren und Dokumentationen, die dir bei der Umstellung helfen können.
Alternative: unRaid und Proxmox zusammen nutzten (unRaid als VM unter Proxmox)
Wenn dir unRaid gefällt, aber wechseln möchtest, da dir Funktionen fehlen oder dir die Ausfallwahrscheinlichkeit nicht zusagt, gibt es eine Alternative: Man kann die Einfachheit von unRaid mit den Möglichkeiten und dem Enterprise Hypervisor Proxmox kombinieren. Man kann unRaid als VM in Proxmox installieren. Leider bleibt auch da die Abhängigkeit vom USB-Stick erhalten.
unRaid vs. Proxmox – Die unterschiede


Bevor wir uns die Migration von unRaid zu Proxmox anschauen, müssen wir die beiden Hypervisoren vergleichen. Grundsätzlich sind sich beide Server Betriebssysteme sehr ähnlich, aber die Feinheiten unterscheiden sich.
Die Gemeinsamkeiten
Erstmal die Gemeinsamkeiten: Proxmox und unRaid setzten für ihre Virtualisierungsoptionen beide auf KVM.
Was ist KVM?
KVM (Kernel-based Virtual Machine) ist eine Virtualisierungstechnologie, die es ermöglicht, virtuelle Maschinen (VMs) direkt im Linux-Kernel zu betreiben. Es nutzt die Virtualisierungserweiterungen moderner Prozessoren (wie Intel VT-x oder AMD-V), um die Hardware direkt zu virtualisieren. KVM wird vollständig in den Linux-Kernel integriert und ermöglicht es, mehrere isolierte VMs auf einem einzigen physischen Host zu betreiben. Jede VM läuft mit eigenem Betriebssystem und hat direkten Zugriff auf virtuelle Hardware, wodurch eine effiziente und skalierbare Virtualisierungslösung entsteht. KVM wird häufig in Serverumgebungen und Cloud-Plattformen wie Proxmox verwendet.
KVM ist mittlerweile die weit verbreiteste Virtualisierungstechnologie und wird auch von Hyperscalern wie Amazon AWS oder Google Cloud eingesetzt.
Beide Systeme können komfortabel über ein Webinterface eingerichtet werden. VMs und Container können angelegt und verwaltet werden.
Die Unterschiede
Proxmox ist ein Enterprise Hypervisor der sich in Konkurrenz zu VM Ware ESXI, XenServer, Nutanix und Hyper-V. unRaid richtet sich an Heimanwender und ist als Homeserver Betriebssystem konzipiert. Proxmox kann auf ein ZFS RAID installiert werden, sodass der Server auch beim Ausfall einer SSD / HDD weiterläuft. unRaid läuft nur auf einem USB-Stick, eine Schwachstelle.
Proxmox basiert auf der Linux Distribution Debian während unRaid auf FreeBSD basis aufgebaut ist. Was unRaid so besonders macht: Das Parity System. Durch das Parity System können verschieden große Festplatten kombiniert werden und durch den Einsatz eines Parity Laufwerkes gegen Datenverlust geschützt werden. Diese Lösung ist sehr flexibel und perfekt für Heimanwender, die verschiedene Festplattengrößen verwenden.
Container und die Community Applications
Während unRaid nativ Docker unterstützt, werden die Container bei Proxmox mit LXC Containers umgesetzt. Das Community Applications Plugin fügt zu unRaid einen „App Store“ hinzu, über den Docker Container sehr einfach installiert werden können.

Für Proxmox gibt es eine solche Integration nicht. Es gibt aber ein ähnliches Projekt: Helper-Scripts.com dort findet man Scripte die automatisch LXC Container und VMs installieren. Man muss lediglich einen Befehl in die Shell eintippen und dann starten ein Setup, das gewisse Informationen (z.B. Netzwerkverbindung) abfragt und den Container dann erstellt.

Die Auswahl an Helper Scripts ist allerdings nicht ganz so groß wie die Docker und Plugins im unRaid Applications Plugin.
Proxmox ist kein NAS
Ein wichtiger Unterschied: Proxmox ist kein NAS (Network Attached Storage) sondern ein reiner Hypervisor. Anders als bei unRaid können unter Proxmox nicht nativ erstellt werden. Allerdings kann man eine VM oder einen LXC Container erstellen, der einen NFS bzw. SMB Service bereitstellt. Oder einfach eine VM mit TrueNAS oder auch unRaid erstellen. Es ist also etwas aufwändiger unRaids Funktionalitäten unter Proxmox wiederherzustellen.
Vorbereitung für den Wechsel von unRaid zu Proxmox
Bevor du den Umstieg startest, solltest du einige grundlegende Schritte beachten:
1. Daten sichern
Unraid wird häufig als NAS verwendet. Daher ist es wichtig, alle Daten auf ein externes Medium oder einen zweiten Speicher zu sichern. Nutze hierfür Tools wie rsync oder Unraid-Plugins wie CA Backup/Restore Appdata.
2. Hardware überprüfen
Proxmox benötigt keine spezielle Hardware, läuft jedoch optimal auf moderner Hardware mit Virtualisierungsunterstützung (VT-d/AMD-V). Stelle sicher, dass dein System die Anforderungen erfüllt:
- Mindestens 8 GB RAM (mehr wird empfohlen).
- Eine oder besser zwei separate Festplatte oder SSDs für Proxmox.
- Zusätzliche Laufwerke für die Daten.
Es ist empfehlenswert Proxmox auf ein ZFS RAID zu installieren, also ein ZFS RAID-1 auf zwei SSDs. Wenn eine SSD ausfällt, kann sie im laufenden Betrieb ersetzt werden.
3. Unraid-Konfiguration dokumentieren
Erstelle Screenshots und sichere Konfigurationsdateien deiner Unraid-Setups. So kannst du die gleichen Netzwerkeinstellungen, VM-Konfigurationen oder Docker-Container in Proxmox rekonstruieren.
Proxmox installieren und einrichten
1. Proxmox herunterladen und installieren
- Lade das Proxmox VE ISO-Image von der offiziellen Proxmox-Website herunter.
- Erstelle einen bootfähigen USB-Stick mit Tools wie Rufus oder balenaEtcher.
- Installiere Proxmox auf deinem Server. Wähle während der Installation ZFS als Dateisystem, um von den Vorteilen wie Snapshots und integrierter RAID-Funktion zu profitieren.
2. Grundlegende Einstellungen vornehmen
Nach der Installation kannst du über die Weboberfläche (https://IP-Adresse:8006) auf Proxmox zugreifen. Stelle folgende Einstellungen sicher:
- Netzwerkkonfiguration: Passe die Netzwerkeinstellungen an deine Umgebung an.
- Storage einrichten: Füge deine zusätzlichen Laufwerke als ZFS-Pools oder andere Speicheroptionen hinzu.
- Benutzerkonten: Richte Benutzer und Rechte ein.
2. Dienste Installieren
Installiere mithilfe der Proxmox Helper Scripts die benötigten Services oder erstelle eine VM mit den Docker Containern.
Fazit
Der Umstieg von unRaid zu Proxmox kann zunächst komplex erscheinen, bietet jedoch zahlreiche Vorteile für Nutzer, die eine leistungsstarke, flexible und offene Plattform suchen. Proxmox überzeugt durch seine Vielseitigkeit in der Virtualisierung, den effizienten Einsatz von Ressourcen und die Möglichkeit, Container sowie virtuelle Maschinen nahtlos zu kombinieren.
Während unRaid für seine Benutzerfreundlichkeit und den Fokus auf NAS-Funktionen geschätzt wird, eröffnet Proxmox eine breitere Palette an Einsatzmöglichkeiten, die sowohl für private Nutzer als auch für Unternehmen attraktiv sind. Besonders hervorzuheben sind die native Unterstützung von ZFS, das umfangreiche Backup-Management und die aktive Community, die einen reibungslosen Übergang erleichtern kann.
Wer bereit ist, sich in die umfangreichen Konfigurationsmöglichkeiten von Proxmox einzuarbeiten, wird mit einer stabilen und zukunftssicheren Plattform belohnt, die den Anforderungen moderner IT-Umgebungen gerecht wird. Der Umstieg mag Aufwand bedeuten, doch die gesteigerte Kontrolle und Flexibilität machen diesen Schritt für viele Anwender lohnenswert.